
Ursprung: Die heiligen Wudang-Berge
Das Nachahmen von Tieren hat in der chinesischen Kultur eine lange Geschichte; es dient dazu, sich mit der ursprünglichen Natur zu verbinden, Lebensenergie anzureichern und Krankheiten vorzubeugen. Das Wudang QiGong der fünf Tiere gilt als eine der wichtigsten Übungsreihen des Daoismus. Historisch war die tägliche Praxis dieser fünf Formen ein fester Bestandteil der klösterlichen Disziplin für die Wudang-Daoisten.
In den Wudang-Bergen – der Wiege der inneren Übungen – entwickelten die Mönche über Jahrhunderte hinweg dieses System, das körperliche Fitness, innere Alchemie und Kampfkunst in einer Form vereint. Eine besondere symbolische Bedeutung nimmt dabei die Schildkröte in Einheit mit der Schlange ein: Sie gilt als das traditionelle Emblem dieser heiligen Berge und des wahren Kriegers Zhen Wu.
Kursinhalte: Lebendige innere Arbeit und das Element Wasser
Der Unterricht verbindet kraftvolle Bewegungen und theoretischen Vertiefungen in Bezug zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Praktische Übungen
- Kraftvolle und lebendige Dynamik: Die Bewegungen zeichnen sich durch innere Arbeit, Erdung und eine runde Körperstruktur aus, bei der die Arme anmutig wie Wolkenhände im Gehen mitgetragen werden.
- Der Gang der Schildkröte: Die Kombination aus stabilen Standübungen, der bedächtigen Langsamkeit der Bewegungen im Raum und bewussten Richtungswechseln ergibt eine harmonische Symphonie von physischem und energetischem Körper.
Theoretische Schwerpunkte
- Zuordnung zum Wasserelement: In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Schildkröte dem Element Wasser zugeordnet.
- Meridiane, Organe und Gewebe: Der theoretische Teil beleuchtet das Wasser Element, seine Wirkweisen im Menschen und in der Natur sowie die zugehörigen Leitbahnen, Organsysteme und Gewebe.
- Symbolik und Wesen: Teilnehmende erforschen die tiefere Symbolik, die innere Kraft und den Geist der Schildkröte, die in der chinesischen Kultur einen herausragenden Platz einnimmt.
Gesundheitliche Wirkungen
Die Praxis der Schildkröten-Form entfaltet eine tiefgreifende regenerierende Wirkung auf den gesamten Organismus:
- Stärkung des Bewegungsapparates: Sehnen, Muskeln und Gelenke werden gezielt gekräftigt, während die Beweglichkeit des gesamten Körpers und insbesondere der Wirbelsäule gefördert wird.
- Nährung des Nervensystems: Die Übungen nähren das Nervensystem sowie die Lebensenergie und steigern die feine Sensibilität für die Wahrnehmung von Energie.
- Stärkung von Nieren und Ursprungs-Qi: Über die Verbindung zum Wasserelement nähren die Bewegungen die Nieren und das Ursprungs-Qi, wodurch der Körper geschmeidig und flexibel wird.
- Innere Ruhe und Gelassenheit: Die Praxis führt den Geist in eine tiefe, beständige innere Ruhe und schenkt nachhaltige Gelassenheit. Die Symbolik und Kraft des Tieres lässt sich so körperlich erfahren und im eigenen Wesen verankern.
Rahmendaten zum Kurs
- Thema: Aus dem QiGong der fünf Tiere von Wudang – Die Schildkröte
- Zeitraum: Wintertrimester 2027
- Kursleitung: Lucie Kanis (QiGong Lehrerin und TCM Therapeutin)
- Veranstaltungsort: ZenHaus München-Dornach (Überreiterstraße 25, 85609 Aschheim/Dornach) sowie nach Vereinbarung online.
Kompakt-Glossar: Fachbegriff
- Wudang QiGong der fünf Tiere: Ein klassisches daoistisches Übungssystem aus den chinesischen Wudang-Bergen, das über die Tierformen von Schildkröte, Drache, Kranich, Tiger und Schlange Gesundheit, innere Alchemie und Kampfkunst verbindet.
- Wasserelement: Eines der fünf Wandlungsphasen in der TCM; es steht in engem Bezug zu den Nieren, der tiefen Lebensenergie (Ursprungs-Qi), den Knochen sowie zu Eigenschaften wie Weisheit, Flexibilität und innerer Ruhe.
- Ursprungs-Qi: Die fundamentale, angeborene Lebensenergie des Menschen, die im Wintertrimester durch das Wasserelement der Schildkröte gezielt genährt und gestärkt wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Kurs
Welche Symbolik verbindet sich mit der Schildkröte im Wudang QiGong? Die Schildkröte in ihrer Einheit mit der Schlange gilt als das historische Symbol der heiligen Wudang-Berge. Sie steht für Langlebigkeit, Standhaftigkeit und tiefe innere Verwurzelung.
Wie zeichnen sich die Bewegungen der Schildkröten-Form aus? Die Praxis verbindet kraftvolle, lebendige innere Arbeit mit Erdung und Rundung. Neben Standübungen prägen die bedächtige Langsamkeit im Raum – der sogenannte „Gang der Schildkröte“ – sowie anmutig mitgetragene Armbewegungen den Ablauf.
Welche körperlichen und energetischen Bereiche werden besonders angesprochen? Die Übungen stärken Sehnen, Muskeln und Gelenke, fördern die Flexibilität der Wirbelsäule und nähren das Nervensystem. Da die Schildkröte dem Wasserelement zugeordnet ist, werden insbesondere die Nieren sowie das Ursprungs-Qi gestärkt.
Welchen Einfluss hat das Training auf den mentalen Zustand? Durch die Verlangsamung im Raum und die Fokussierung auf den Energiekörper schärft die Form die Wahrnehmung für das Qi und führt den Praktizierenden in einen Zustand tiefer innerer Ruhe und Gelassenheit.
